
Drei Tage unterwegs, das erste Mal gemeinsam auf „Offline Tour“ – direkt mit Zelt und ohne Toilette.
Für Johnny und Sandra war es sogar die allererste Zelttour überhaupt.
Zum Glück war Britta dabei, die schon wusste, wie der Hase läuft und uns gezeigt hat, worauf es ankommt.
Die Idee kam von Britta: Biwakplätze im Sauerland, gefunden irgendwo im Internet. Sandra hingegen? Komplett ahnungslos, dass es sowas überhaupt gibt – und das, obwohl sie im SGV ist… ja, ein bisschen peinlich… oder anders formuliert:
Direkt Lernzone um den Punkt erweitert.
Die Vorbereitung war… sagen wir mal: intensiv. Sandra hat sich direkt einen 70-Liter-Rucksack zugelegt – und ihn auch konsequent bis oben hin vollgepackt.
Mit allem, was man so braucht. Und mit ziemlich viel von dem, was man wahrscheinlich nicht braucht. Allein das Thema Toilettenpapier wurde zur kleinen Wissenschaft – 30 Minuten Recherche, Vergleiche, Abwägungen.
Wer hätte gedacht, dass das so komplex sein kann?
Auch Johnny wurde vorbereitet: Sein (eigentlich für Kinder gedachter) Schlafsack wurde eine Woche lang „eingeschlafen“, damit er sich daran gewöhnt. Man will ja schließlich nichts dem Zufall überlassen.
Und dann ging es los – direkt nach Feierabend, raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer. Mit vollgepacktem Rucksack, einer Mischung aus Aufregung und Neugier und dem guten Gefühl:
Wir machen das jetzt einfach.
Drei Tage, viele Höhenmeter und ein großes Lernfeld
Eine Wanderung zwischen Aussicht, Abenteuer und Wassermanagement
Die Ausgangslage
Drei Tage wandern.
Zwei Frauen.
Ein Hund.
LEAN‑Denke im Gepäck – und anfangs gefühlt das gesamte Trinkwasservorkommen eines kleinen Dorfes.
Unser Ziel: möglichst viel Erlebnis mit möglichst wenig Chaos.
Unser Weg dahin: Versuch, Irrtum, Kaizen.

Tag 1 – Vertrauen in Komoot und sehr viel Wasser
6 km | 1:24 h | 4,3 km/h | +200 m
Startpunkt: ein Parkplatz am Straßenrand.
Laut Komoot ein Parkplatz. Wir entscheiden uns, dem zu glauben.
(LEAN‑Prinzip: Vertrauen in den Prozess – oder in die App.)
Mit vollgepackten Rucksäcken geht es direkt in die ersten Höhenmeter.
Kein Warm‑up. Kein sanftes Reinrollen. Einfach: rauf, runter, schmal, ausgesetzt.
Zwischen „Oh man Sandra, was hast du da geplant?“
und „Oh man Britta, was musst du hier eigentlich mitmachen?“
kam das Thema Höhenangst für Sandra überraschend auf die Agenda.
Besonders präsent: Sandras Wassermanagement.
4 × 1,4 l + 2 × 1 l „für unterwegs“ – man weiß ja nie…

Der Aufstieg war anstrengend – das Ziel dafür umso besser:
eine fantastische Plattform mit Mega‑Aussicht.
Zeltaufbau:
- Britta: sportlich effizient
- Sandra: hochmotiviert, ohne Anleitung, zeitintensiv
Ein kurzer One‑Point‑Lesson‑Moment, und plötzlich ging alles ganz logisch.
Zeltaufbau ist einfach – wenn man weiß, wie es geht.

Essen kochen, Aussicht genießen.
Nachts: 0 Grad.
Zusammenrücken, Decke raus, Hund als Wärmflasche.
Am nächsten Morgen entschädigte die Aussicht für jede kalte Minute.
LEAN‑Learning Tag 1
- Planung entscheidet über Stresslevel
- Wissen schlägt Motivation
- Wasser ist gut – aber Gewicht auch eine Form von Verschwendung

Tag 2 – Kuchen, Kaffee und verzögerte Lernerfolge
13 km | ~3 h | 4,5 km/h | +260 m
Wichtige Erkenntnis zu Tagesbeginn: Komoot rechnet Pausen raus.
Danke dafür.
Auf der Strecke: „Burg“ gesehen, ins Tal, wieder rauf über den Hügel –
wieder runter ins nächste Tal und nächste Dorf.
Endlich: das Dorf.
Ziel: Kuchen & KAFFEE.
Weitere LEAN‑Learnings:
- Nicht überall kann man mit Karte zahlen
- Geldautomaten im Augenwinkel sind Gold wert
- Speisekarten immer bis zum Ende lesen
Glücksmoment des Tages:
– weniger Wasser im Rucksack
– Sandras Rucksack endlich korrekt eingestellt
(Britta sei Dank, sie hatte Sandras Rucksack schon am Tag vorher eingestellt,
aber Lernerfahrungen brauchen manchmal Anlauf.)
Einkauf für den Abend: Nudeln, Käse, Salami.
Kein Wasser. (Spoiler: Wassermanagement bleibt Thema.)
→ Johnny war versorgt – er hatte vorher aus einer heiligen Quelle getrunken.

Die nächste Plattform: ruhig, wunderschön.
Diesmal direkt nur ein Zelt – kalt sollte es wieder werden, Lean lohnt sich.


Abends Essen, Aussicht –
und weil sich das Schleppen des iPads ja auch rechnen soll: Filmabend.
Parallel dazu: Jäger und Schüsse in der Umgebung. Im Film wurde auch geschossen.
Johnny: tiefenentspannt. Gute Entscheidung!
LEAN‑Learning Tag 2
- Pausen sind keine Verschwendung
- Lernkurven verlaufen nicht linear
- Komfort ist Teil von Wertschöpfung

Tag 3 – Sonne, Mathematik und Friedhofswasser
9,5 km | ~2,5 h | 4,4 km/h | +290 m
Morgens Sonne auf der Plattform. Ruhig gestartet. Dann die Realität:
Nach dem Frühstück:
500 ml Wasser
für 2 Personen und einen Hund
bei 9,5 km und 290 Höhenmetern.
Es dauerte nicht lange, bis das Wasser weg war.
Zwischenstopp: Friedhof im ersten Dorf.
Wasser holen. Leben retten?
Ohne Wasserfilter loszugehen: dumme Idee. → Nächstes Mal nicht !
Im nächsten Dorf dann Glück: Gaststätte offen.
Je 0,5 l Apfelschorle direkt rein, extra Wasser für unterwegs.


Weiter über den Uplandsteig. „Sandra, sind wir hier richtig?“
Komoot sagt ja. Die Schilder auch….

Der Weg: nur noch rauf.
Mit Pausen für Mensch und Hund und fantastischer Aussicht endlich zurück am Auto.

Belohnung:
Auto → Diemelsee → Schnitzel.
Ab nach Hause. Nächstes Abenteuer planen. 🙂
LEAN‑Learning Tag 3
- Sicherheit vor Optimismus
- Redundanz ist kein Luxus
(Ein zweiter Plan, ein Backup oder ein Reserve‑Werkzeug wirkt überflüssig –
bis man es braucht.) - Wassermanagement ist ein Prozess, kein Bauchgefühl
„Was wir nächstes Mal besser machen“
- Wasser realistisch planen (nicht emotional) – bzw. Wasserstellen im Blick haben
- Wasserfilter einpacken (wirklich!)
- Rucksack einmal korrekt einstellen – dann merken (gilt nur für Sandra)
- Speisekarten bis ganz unten lesen
- Bargeld als Prozessabsicherung mitnehmen
- Komoot glauben – aber mit gesundem Zweifel…
und am Ende heißt es probieren geht über studieren - Zeltaufbau = erst Anleitung, dann Aktion (ja, gilt auch nur für Sandra)
- iPad nur mitnehmen, wenn Aussicht oder Film wirklich geplant sind
(lohnt sich mitzunehmen, wirklich!) - Kälte nicht unterschätzen – Decke sollte im April & Mai definitiv ein muss sein
- Hund als Wärmflasche wertschätzen
- Und vor allem: Jede Tour reflektieren – nicht perfektionieren

Informationen zu der Tour
Buchung der Trekkingplattformen: Hallo im Trekkingpark-Sauerland
Diese Tour auf Komoot: Zelttour Sauerland Uplandsteig | Komoot